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Educational Corner

Mehrsprachige Erziehung in Japan Teil 2


Liebe Eltern und ehemalige Eltern des Spielkreises, 
welche Schwierigkeiten können bei der zweisprachigen Kindererziehung auftreten und wie
geht man mit ihnen um? Welche Faktoren spielen für den Erfolg und Misserfolg eine Rolle?
Im zweiten Teil berichtet Julian Takeshi Ogata anhand einiger Erfahrungsberichte von deutschen Müttern mit ausländischen Partnern.
Viel Spaß beim Lesen wünscht Euch  
                                                               Pamela Ono

Konsequenz ist das A und O!
Viele Ratgeber für bilinguale Familien und Wissenschaftler sind sich darin einig, dass eine
erfolgreiche Zweisprachigkeitserziehung eine wirklich konsequente Praktizierung der
Methoden und Prinzipien voraussetzt.
Der erste Erfahrungsbericht wurde von Monika verfasst. Sie lebt mit ihrem griechischen
Mann und ihren beiden Kindern in Griechenland. Monika berichtet, dass ihre
Erziehungsmethode, die sogenannte One-Person-One-Language-Methode (OPOL), völlig
problemlos verlief, da beide Elternteile konsequent ihre jeweilige Muttersprache benutzten,
was ihrer Meinung nach, der entscheidende Punkt gewesen sei. Ihr Sohn Vassilis sei sich seiner
Zweisprachigkeit ab dem Alter von drei Jahren bewusst gewesen, und trennte beide Sprachen
funktional. Dies hat zur Folge, dass jede Sprache ihren bestimmten Funktionen
zugeordnet ist; sie hat ihre besondere Aufgabe, ihre Rolle und ihr
Anwendungsgebiet. Aus ihrer Erfahrung heraus unterstreicht Monika, dass diese
Konsequenz besonders wichtig in der ersten Phase des Spracherwerbs sei.

Julians Anmerkung 1: Je bewusster und konsequenter die Spracherziehung stattfindet, desto
bessere Resultate werden erzielt!


Trotz der Aufrechterhaltung der Konsequenz, kann es jedoch vorkommen, dass die Kinder
den Gebrauch der stärkeren Sprache bevorzugen.

Der nächste Bericht stammt von Lea, die mit ihren Kindern und ihrem niederländischen Mann
in den Niederlanden wohnt. Mit ihrem dreieinhalbjährigen Sohn spricht sie Deutsch, und er
versteht zwar alles was sie sagt, antwortet jedoch des Öfteren auf Niederländisch. Sie sieht es
als problematisch, dass ihr Sohn dazu neigt sie auf Niederländisch zu korrigieren, doch sie
bleibt in ihrer Sprache konsequent. Das konsequente Einhalten der eigenen Muttersprache ist ein enorm unabdingbarer Aspekt, damit es nicht dazu kommt, dass das Kind, wie in diesem
Beispiel, die Sprache korrigiert oder wie in anderen Fällen sogar verweigert.

Julians Anmerkung 2: Angenommen Lea versteht Niederländisch. Für Lea könnte
empfehlenswert sein, dem Kind das nicht anmerken zu lassen. Wenn dem Sohn von
Anfang klar ist, dass seine Mutter nicht Niederländisch versteht (in Wirklichkeit tut sie es),
würde er sich wahrscheinlich mehr darum bemühen Deutsch zu sprechen.

Warum wird eine Sprache vom Kind verweigert?
Das Phänomen der Verweigerung einer Sprache hängt mit diversen Faktoren zusammen.
In einem Foreneintrag schreibt Katrin, die mit ihrem polnische Wurzel habenden Ehemann in Deutschland wohnt. Ihr Ehemann spricht Deutsch auf Muttersprachlerniveau, daher sprechen sie
untereinander Deutsch. Katrin plant mit ihrem ungeborenen Kind Deutsch zu
sprechen, ihr Ehemann jedoch habe nicht die Intention dem Kind die polnische Sprache
weiterzugeben. Er sei der Ansicht, dass das Kind später die Sprache als Zweitsprache erlernen
könnte. Ein Sorgenpunkt der deutschen Ehefrau besteht vermutlich darin, dass dem Kind nicht genug
„polnischer Input“ gegeben wird, wenn der Ehemann seine Muttersprache nicht von klein auf weitergibt.

Sprachprestige
Der polnische Ehemann kontert damit, dass er als Enkel eines deutschen Flüchtlings nie “richtiger” Pole gewesen, und ihm seine polnischen Wurzeln nicht wichtig wären. Ein Grund für seine Einstellung könnte die kritische oder gleichgültige Haltung gegenüber dem Herkunftsland seiner Großeltern sein und empfindet die Weitergabe seiner Primärsprache an das Kind nicht nötig. Dem Ehemann fehlt der Wille und die Überzeugung seine Sprache und ethnische Identität weiterzugeben. Selbst wenn er bewusst eine Erziehungsmethode anwenden würde, verlangt es dem betreffenden Elternteil einen hohen Grad an Konsequenz ab, die aus der Überzeugung besteht, das Richtige zu tun.

Julians Anmerkung 3: Für den Ehemann reicht nicht aus Polnisch nur zu sprechen. Er muss
sich selber auch als Pole fühlen.

Ethnische Identität
Je stärker die ethnische Identität des ausländischen Elternteils auf das Heimatland gerichtet
ist, desto größer sind die Erfolgschancen der Zweisprachigkeitserziehung. Das Kind bilde sich
schon im Laufe des Vorschulalters seine eigene Einstellung zur Zweisprachigkeit und auch
von dieser hänge das Gelingen hauptsächlich ab. Es wäre also denkbar, dass das Kind mit der
Zeit eine negative Einstellung zur Nichtumgebungssprache (In dem letzten Fall Polnisch)
entwickelt, und das Prestige dieser keinen hohen Stellenwert hat. Letztendlich wird es
höchstwahrscheinlich die Nichtumgebungssprache ablehnen, d.h. ihren Gebrauch verweigern.

Anmerkung Julians 4: Der Knackpunkt für die deutschen Eltern des Deutschen Spielkreises in Kikuna wäre, dem
Kind den hohen Stellenwert und Vorteil der deutschen Sprache darzustellen. Das Kind
sollte idealerweise das Gefühl bekommen, z.B. durch Lobe von Bezugspersonen, dass es
besonders ist Deutsch sprechen zu können.

Über Julian Takeshi Ogata

Julian Takeshi hat „Mehrsprachige Kommunikation“ an der Technischen Hochschule Köln mit dem Schwerpunkt Übersetzung der Fremdsprachen Englisch und Spanisch studiert. In seiner Bachelorarbeit hat er sich mit erfolgreicher Zweisprachigkeitserziehung befasst und ist nun als Berater für mehrsprachige Kindererziehung in Japan ansässig.

Er selbst ist zweisprachig aufgewachsen mit einem japanischen und einem deutschen Elternteil.

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